Ein Tag voller Mut, Erinnerung und Zivilcourage
Was haben Hans und Sophie Scholl mit unserer Schule zu tun? Warum trägt unsere Schule ihren Namen? Und was können wir heute noch von den beiden lernen?
Diesen Fragen gingen unsere Schülerinnen und Schüler am 22. September 2026 beim alljährlichen Geschwister-Scholl-Tag nach. Passend zum Geburtstag von Hans Scholl drehte sich an diesem besonderen Schultag alles um die Geschwister Scholl, ihren Widerstand gegen den Nationalsozialismus und die Werte, für die sie bis heute stehen: Mut, Freiheit, Menschenrechte und Zivilcourage.
Geschichte einmal anders erleben
Für jede Jahrgangsstufe gab es ein eigenes Programm. Die Schülerinnen und Schüler der 5. und 6. Klassen tauchten in die Lebenswelt der Geschwister Scholl ein. Dabei wurde Geschichte nicht nur erzählt, sondern auch spielerisch und sportlich erlebbar gemacht: Spiele und Sport aus den 1920er- und 1930er-Jahren sorgten für Abwechslung und brachten ein Stück Vergangenheit in den Schulalltag.
Für die 7. Klassen stand ein ganz besonderes Thema im Mittelpunkt: „Mut haben“. Mit selbst gebastelten weißen Rosen machten sie sich auf den Weg in die Andernacher Fußgängerzone. Dort sprachen sie Passanten an und verteilten die Rosen – ein Symbol der Widerstandsgruppe rund um die Geschwister Scholl. Auch Bürgermeister Claus Peitz, das Jugendamt Andernach, Pfarrer Horn von der evangelischen Kirchengemeinde und weitere Schulen in Andernach wurden besucht.
Jugend damals und heute
Die 8. Klassen beschäftigten sich mit der Frage, wie Jugendliche während der Zeit des Nationalsozialismus organisiert und beeinflusst wurden. Im JUZ Andernach lernten sie anschließend die heutige Jugendarbeit kennen. So entstand ein spannender Kontrast zwischen der Lebenswelt junger Menschen damals und den Möglichkeiten, die Jugendliche heute haben.
Bei den 9. Klassen standen die Menschenrechte im Mittelpunkt. Die Schülerinnen und Schüler setzten sich damit auseinander, warum diese Rechte wichtig sind und welche Bedeutung sie für unser heutiges Zusammenleben haben.
Ein besonderes Highlight erwartete schließlich unsere Abschlussklassen: Der Bestsellerautor Tim Pröse war zu Gast und nahm die Jugendlichen mit auf eine ganz besondere Reise in die Geschichte. Bei einer szenischen Lesung aus seinem Buch „Jahrhundertzeugen“ brachte er ihnen Sophie Scholl näher – nicht nur als Widerstandskämpferin, sondern auch als Mensch mit ihren Gedanken, Hoffnungen und ihrer persönlichen Geschichte.
Was bleibt?
Am Ende des Tages waren sich alle einig: Der Geschwister-Scholl-Tag hat sich gelohnt!
Denn auch mehr als 80 Jahre nach der Befreiung vom Nationalsozialismus ist die Geschichte der Geschwister Scholl noch immer aktuell. Sie zeigt, dass Freiheit und Demokratie nicht selbstverständlich sind – und dass jeder Einzelne den Mut haben kann, für seine Überzeugungen einzustehen.
Genau deshalb ist der Geschwister-Scholl-Tag ein wichtiger Bestandteil unseres Schullebens. Der Name unserer Schule ist für uns nicht nur Erinnerung an zwei junge Menschen aus der Geschichte. Er ist auch Auftrag und Verantwortung für die Gegenwart: für Freiheit einzustehen, Menschenrechte zu achten und Zivilcourage zu zeigen.





